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CHRONIK

Die Anfänge von 1920 - 1928

König Fußball zieht ins Kirchspiel ein

Es waren Schüler, die "König Fußball" in unserem Kirchspiel die erste Ehre erwiesen. Der 1. Weltkrieg war vorüber, die Soldaten heimgekehrt, die Wunden die der Krieg hinterlassen hatte aber noch nicht verheilt. Von all dem Leid des Krieges wußten unsere Schüler wenig. Aber wenn von großen sportlichen Ereignissen geredet wurde, schien der Wissensdurst kaum stillbar.
Warum also nicht in Bawinkel eine Fußballmannschaft aufstellen? In den Schulpausen wurden die Pläne von Schülern aus Bawinkel-Dorf geschmiedet. Sonntags nach dem Kirchgang nahm man Kontakt zu den anderen Schulen des Kirchspiels auf. Im Frühjahr 1921 war es dann so weit: 3 Schülermannschaften jagten der runden Lederkugel nach.

Errichtung der ersten Sportplätze

Die Einrichtung eines Sportplatzes war jedoch mit Schwierigkeiten verbunden, da dass Verständnis für die sporttreibende Jugend nicht gerade ausgeprägt war. Letztendlich entstand jedoch ein Sportplatz für die Jungen aus Bawinkel-Dorf auf "Tihen's Schweinewiese". Die Groß-Bawinkeler hatten ihre Kampfbahn in der Kuhweide von Hermann Többen, die Jugend aus Plankorth spielte in der Nähe der Gastwirtschaft Achelwilm.

Ein nettes Erlebnis

Franz Möllering wußte ein nettes Erlebnis aus dieser Zeit zu bericten: Die Jungen aus Bawinkel waren zu Gast in Bramhar-Meppen. Mit Fahrrädern bzw. auf Schusters Rappen machte man sich frühzeitig auf den Weg. Vor dem Spiel wurde von beiden Mannschaften mit den eigenen Leistungen angegeben. Scherzhaft wurde abgemacht, wenn eine Mannschaft über 10 Treffer erziele, müsse der Gegner einen Fußball spendieren. Das Spiel wurde mit 12:1 von den Bawinklern gewonnen. Ehe sich die Bramhanen von der Niederlage erholt hatten, waren die Bawinkler mit einem erbeuteten Fußball auf und davon. Das war zuviel! Eine wilde Verfolgungsjagd über Hecken und Zäune, durch Schweinewiesen und Bullenweiden setzte ein. Die Flüchtigen wurden gestellt und eine wilde Keilerei setzte ein. Den Bawinklern wurde der Übermut ordentlich gestillt und abends mußte mancher Haken vor der Mutter versteckt werden und nicht wenige "blaue Flecken" wurden heimlich gekühlt. Wer den Ball nun wirklich bekam, war nach so langer Zeit nicht mehr zu erfahren.



Erste Auflösung

Leider fehlte diesem ganzen Spielbetrieb die richtige Organisation. In vielen Elternhäusern regte sich der Unwille bezüglich der fußballspielenden Söhne. Den Vätern war die helfende Arbeitskraft der Jungen wichtiger, als deren "ruhmreiche sportlichen Lorbeeren". Unter diesen Umständen konnten sich die jungen "Vereine" nicht behaupten, der Spielbetrieb kam langsam zum Erliegen.


Erste Gründung eines wirklichen Vereins

In den Jahren 1927/1928 kam die zweite sportliche Welle in unser Kirchspiel. Aus den Knaben von 1921/1922 waren stramme Jünglinge geworden. Um ihren sportlichen Drang zu stillen, wurde unter der Leitung des hochw. Herrn Kaplan Mecklenburg die "Deutsche Jugendkraft" (DJK) gegründet.

Wieder stellte sich die Frage nach einem geeigneten Sportplatz. Müters Kuhweide wurde zur "Kampfbahn" umgebaut. Mit Pferdefuhrwerk und Spaten, Axt und Säge gingen die Sportler ans Werk: Wallhecken mußten gerodet werden, Sandhügel geebnet und Wasserlöcher aufgefüllt werden. Drückeberger gab es nicht, alle Aktiven waren zur Stelle.

Die DJK Bawinkel baute 2 Mannschaften und eine Schülermannschaft auf. In den Emslandkreisen bestanden damals DJK-Verbände, so dass die Planung des Spielbetriebs keine Schwierigkeit bedeutete. Zu den näheren Auswärtsspielen wurde mit dem Fahrrad gefahren. Dieses Muskeltraining auf dem Stahlroß brachte stets die "richige Form". Für weitere Fahrten stand allerdings ein kleiner LKW des Bawinkler Margarinvertreters Gebbeler zur Verfügung. Der alte Ford hatte keinen Boden im Führerhaus. Die Füße des Fahrers ruhten auf den Pedalen, der Beifahrer mußte sich ein freies Plätzchen am Chassis suchen. Der hintere Aufbau war mit Brettern mannigfaltiger Margarinekisten vernagelt, so dass der Betreiber die Reklame für den Butterersatz nicht nur zu sehen, sondern auch zu riechen bekam. Dieses vorsintflutliche Auto konnten unsere Fußballfreunde mit Hilfe ihres Taschengeldes mieten. Die Ladefläche bot den Hinterteilen von 11 Spielern ein knappes Plätzchen, 22 knochige Fußballbeine baumelten an den Seiten herunter, während der brave Ford mit einer Spitzengeschwindigkeit von 30 km/h durch die Lande brauste.

Siege und Niederlagen von damals sind natürlich nicht schriftlich festgehalten, aber einige Ergebnisse hafteten noch im Gedächtnis unserer Sportfreunde. So erinnerte man sich dass das erste Auswärtsspiel in Lohne 12:0 verloren wurde. In der Folgezeit konnten die Bawinkler im DJK-Verband immer einenguten Mittelplatz behaupten. Das Jahr 1930 brachte 3 Pokalgewinne. Aus Herzlake, Groß-Hesepe und Hölze kam unsere Mannschaft als Sieger nach Hause. Im gleichen Jahr gab es einen hohen 12:0 Sieg über DJK Lehrte.



Gründung einer Turngruppe

1928 wurde auch eine Turnergruppe gegründet. Die Riege erzielte durch fleißiges Training beachtliche Leistungen. Geübt wurde auf dem Sportplatz, im Saal Wintermann oder im Saal auf dem Kleinbahnhof.Auf manchem Fest zeigten die Turner in ihrem weißen Dreß ein gutes Programm. Zu Trainingszwecken standen 1 Barren, 1 Reck, Medizinbälle, 1 Diskus, Speere, Kugeln und Matten zur Verfügung.

 

Zweite Auflösung

Mit dem Jahre 1933 begannen jene Jahre der deutschen Geschichte, die jedes Vereinsleben ersterben ließ, ja sogar unter Verbot stellten. Die Nationalsozialisten sorgten dafür, dass auch in unserem Kirchspiel die Vereine aufgelöst wurden. Es begann der 2. Weltkrieg, der fast alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren von Haus und Hof zehrte. Aus unserem Sportplatz wurde wieder Ackerland. Mancher unserer Sportfreunde kehrte aus dem Krieg nicht mehr in unsere Mitte zurück. Wir wollen ihrer in Ehrfurcht gedenken und sie nie vergessen!

Erste Wiederbelebungsversuche

Pressenotiz in den Tageszeitungen des Kreises Lingen am 25. April 1946:
Bericht über die Gründungsversammlung des SV Bawinkel
"Am 22. April 1946 wurde von der Bawinkler Jugend die Gründung eines Sportvereins beschlossen. Es beteiligten sich an dieser Versammlung 40 Personen. Zum Vereinsvorsitzenden wurde der Bawinkler Bürgermeister Franz Möllering gewählt. Das Amt des Hauptsportwartes wurde Hermann Thünemann und das des Jugendwartes durch Josef Rensmann bestzt. Der Vorsitzende gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Verein von der Militärregierung genehmigt und die Aufbauarbeit erfolgreich wird."

"König Fußball" hatte sich wieder einmal durchgesetzt und die Herzen der Jugend gewonnen. Da ein genaues Protokoll aus der oben genannten Gründungsversammlung vorliegt, sollen die Mitglieder hier vorgestellt werden:

Aktive Mitglieder   Jugendliche Mitglieder   Passive Mitglieder  
Theo Winkler
Ewald Schulte
Erich Reinhold
Hermann Thünemann
Karl Mey
Wilhelm Lake
Franz Kalmer
Josef Rensmann
Heinz Lammers
Richard Kohne
Walter Brinker
Hans Altmann
Ludwig Degen
Bernhard Lammers
Willi Triphaus
Gregor Unkenholz
Bernhard Zumbeel
Karl Wollbrecht
Hermann Lüken  
Karl-Heinz Werf
Hermann Rosen
Josef Albers
Franz Krummen
Leo Albers
Franz Köster
Karl Unkenholz
Hermann Bültel
Heinrich Laske
Karl Kohne
Willi Zumbeel
Gregor Albers  
Franz Kock
Georg Kock
Alfons Rosen
Martin Rosen
Heinrich Jansen
Franz Altmann
Alex Brüggemann
Heinrich Frericks
Heinrich Janzen  

Normalerweise hätte man nun noch die Genehmigung des Sportbundes benötigt und die gerichtliche Eintragung vornehmen müssen, um den Spielbetrieb aufnehmen zu können. So einfach war es 1946 allerdings nicht. Die Sportvereine wurden von den Bestzungsmächten als "militärisch athletische" Organisationen betrachtet und daher verboten. Viele Fragebogen mußten ausgefüllt werden, bis die Militärregierung endlich die Genehmigung zum Start erteilte.



Und wieder die Platzfrage!

Wieder tauchte die Platzfrage auf. Auf dem ehemaligen Sportplatz wurden Roggen und Kartoffeln angebaut. Daher wurde der Sportplatz der Nachkriegszeit auf dem ehemaligen Flugplatz in Drope angelegt. Das Holz für die Tore wurde im Engelbertswald "organisiert". Was mußte damals nicht alles organisiert werden? Wer hatte denn nach den langen Jahren der Entbehrung noch Fußballschuhe? Wo sollten die Trikots beschafft werden? Manche Seite Speck mußte geopfert werden, bis jeder Spieler eine ordentliche Spielkleidung besaß.


Das Eröffnungsspiel

Das Eröffnungsspiel auf dem Flugplatz bestritten die alten Herren aus Bawinkel gegen eine Elf aus Lingen. Auf Bawinkler Seite spielten: Franz Kötting, Paul Thünemann, Ewald Schulte, Franz-Josef Kock, Franz Möllering, Theo Winkler, Franz Kock, Heinrich Frericks, Alfons Tihen, Georg Schräder, Hermann Thünemann und Hermann Lüken. Wie das Spiel endete, weiß niemand zu berichten. 1947 fand in Bawinkel das erste Pokalturnier statt. Allen ist noch bekannt, dass anschließend im Saal Kock getanzt wurde, wobei man dem selbstgebrannten Schnaps gehörig zusprach.

 

Bald zeigte sich, dass der Sportplatz zu weit entfernt lag. Zuschauer blieben aus. Die Kasse zeigte gähnende Leere. 1948 wurde der Sportplatz auf den Acker des Bauern Dust verlegt. Umkleidekabinen gab es nicht, genügend Büsche boten den notwendigen Schutz.

 

Die dritte Auflösung

In diese Zeit fällt aber auch das große "Tief" des SV Bawinkel. Es setzte eine spürbare Vereinsmüdigkeit ein. Es gab zwar einen Vorstand, die Organisation und der gesamte Schriftverkehr mußten jedoch von den Spielern selbständig durchgeführt werden. Einige wenige Sportler opferten sich, die große Mehrheit aber legte sich Schonung auf. Im Jahre 1950 mußte der Verein infolge mangelnden Interesses aufgelöst werden. Die letzten Idealisten fanden Aufnahme in Gersten bei der Viktoria.

Neubeginn 1956

Am 26.08.1956 wurde der SV Bawinkel erneut aus der Taufe gehoben. Von nun an konnte keine Krise dem Verein etwas anhaben. Lediglich die damals mitgegründete Tischtennisabteilung wurde zurückgezogen, ist jedoch heute eine recht erfolgreiche Abteilung des Vereins.
Seit 1956 konnte der Verein den Sportplatz des Schulverbandes wieder nutzen. Auf den Bildern seht ihr die 1. Mannschaft von 1958 und die 1. Mannschaft von 1964/1965 (unten).

 


1956 spielte unsere Fußballmannschaft in der 2. Kreisklasse.
1957 wurden Pokale in Brögbern, Osterbrock und Lohne gewonnen. Außerdem gewann die Mannschaft vom SV Bawinkel 1957/58 den Fairness Pokal im Kreis Lingen
1958/59 verpasste man trotz der Herbstmeisterschaft knapp den Aufstieg.
In den Jahren 1958 bis 1965 wurden weitere 14 Pokale gewonnen.

Am 8. August 1965 wurde der jetzige Sportplatz eingeweiht. 
Im Juli 1965 gab es die 1. offizielle Schülermannschaft - Trainer war Hans-Gerd Strube. 


Gründung einer ersten Damensportgruppe

Die Montagssportgruppe ist die am längsten aktive Damensportgruppe des SV Bawinkel. Bereits 1970 wurde sie gegründet. Viele Frauen aus der damaligen Gründerzeit sind noch immer fleißig dabei. 

v.l.: Rita Pleus, Birgit Effenberger, Maria Unkenholz und Irmhild Hinken.
Neugründung der Tischtennisabteilung

Nachdem die 1956 gegründete Tisch-tennisabteilung bald schon "ihren Geist" aufgab, wurde sie 1970 neu gegründet. Seit der Saison 1977/1978 gibt es auch eine weibliche Jugend, die ab 1979 zur Damenmannschaft wurde, die 2006 leider aus der Oberliga West abstieg, jedoch immer noch die ranghöchste Damen-Tischtennis-Mannschaft des Emslandes ist.  
1979 gewann der SV Bawinkel ohne einen einzigen Punktverlust den Meistertitel in der 2. Kreisklasse.
 

v.l.: Günther Lake, Ewald Schulte, Josef Dulle, Hermann-Josef Schulten, Herbert Pleus und Ludger Gerken.


Eine Hochphase erlebte der TT-Sport in Bawinkel in den Jahren 1982 - 1988. An Vereinsmeisterschaftennahmen hier in einigen Jahren über 100 Teilnehmer teil. In der 1983/1984 gingen zum Beispiel 13 Mannschaften auf Punktejagd.

Gründung einer Leichtathletikabteilung

1982 gründete Wolfram Jüttner die Leichtathletikabteilung mit zunächst 8 Mädchen. Bis 2014 war er Abteilungsleiter und trainiert noch heute einen Teil der Kinder und betreut sie bei den Wettkämpfen. Ganach hat Stephanie Hosemann die Leitung der Abteilung übernommen. Viele gute Ergebnisse auf Kreis- und Bezirksebene konnten erzielt werden, bis hin zu Teilnahmen an Landesmeisterschaften. Bestes Ergebnis war der 6. Platz bei der Team-Landesmeisterschaften 2016 der WJU16 in der Gruppe 3.

Franz Möllering †
1956 - 1958 
Dr. Josef Rensmann †
1958 - 1959 
Alfons Tihen †
1959- 1961 
Ernst Ginten †
1961 - 1965 
Hermann Rolfes †
1965 - 1983 
Theo Niehoff †
1983 
 
Konrad Dojan
1984 - 2006  
Aloys Overberg
2006 - 2010  
Michael Feldker
ab 2010